Triggerpunkttherapie

Die Triggerpunkttherapie konzentriert sich auf die Behandlung myofaszialer Triggerpunkte, d.h. einem Hartspannstrang in der Muskulatur mit einer maximalen Druckempfindlichkeit. Triggerpunkte lösen meistens den spezifischen Schmerz des Patienten aus. Der Muskel ist an dieser Stelle verkrampft, kann dadurch schmerzhaft und in seiner Koordination gestört sein. Eine Reihe an chronischen und akuten Beschwerden können durch Triggerpunkte verursacht werden.

Was sind Triggerpunkte?

Das Wort Triggerpunkte kommt von dem englischen Begriff „to trigger“, der übersetzt „auslösen“ bedeutet. Es sind kleinste Verspannungen im Muskel, die häufig durch eine Überlastung der Muskulatur verursacht werden.

Das Besondere an diesen Verspannungen ist, dass die verursachten Schmerzen in andere Körperregionen ausstrahlen können. Also kann die Schmerzlokalisation ganz woanders sein, als der schmerzauslösende Triggerpunkt, was sich auch „referred pain“ nennt. So kann ein Triggerpunkt im Schulter- oder Nackenbereich einen Schmerz im Arm oder sogar in der Hand auslösen – dies nennt sich dann myofasziales Schmerzsyndrom.

Wie entstehen Triggerpunkte?

Triggerpunkte entstehen dadurch, dass sich ein Muskel lokal dauerhaft verkrampft und es zu einer lokalen Entzündungsreaktion kommt. In Triggerpunkten sind verschiedene Neuropeptide erhöht (Substanz P, Bradykinin, Serotonin etc.). Der ph-Wert ist erniedrigt. Die Dauerkontraktion erhöht den Stoffwechselbedarf und drückt gleichzeitig die kleinen Gefäße ab (Kapillargeflecht). Es entsteht ein Sauerstoffmangel in dem Bereich des Triggerpunktes (Energiekrise). Durch den Sauerstoffmangel kann sich die Verkrampfung nicht mehr lösen, d.h. der Muskel kann sich an der Stelle nicht mehr verlängern.

Ursachen für eine solche Symptomatik können sein:

  • Direktes Trauma (z.B. beim Sport oder bei Unfällen)
  • Akute Überdehnung (Bsp: Verhinderung von Stürzen)
  • Akute Überlastung des Muskels (Bsp: Schleudertrauma, Verhinderung von Stürzen)
  • Chronische Überlastung
    • Als Folge zu starker unphysiologischer Beanspruchung
      (Bsp: langes Sitzen erfordert ständige Haltearbeit des Kopfes und Oberkörpers oder Stehen)
    • Langandauernde Belastung in verkürzter Position
      (Bsp: stundenlanges Sitzen am Computer, pausenloses üben eines Musikinstrumentes)
    • Repetitive Bewegungsabläufe
      (Bsp: bei der Arbeit am Computer, Fließband, Musiker)

Diese ätiologischen Faktoren wirken zusammen:

  • Prädisponierende Faktoren
  • Auslösenden Faktoren
  • Aufrechterhaltende Faktoren

Folge von Triggerpunkten können neben dem Schmerz auch Gefühlsstörungen (Parästhesien), Muskelschwäche, Bewegungseinschränkungen und /oder Koordinationsstörungen sein. In der Gesamtheit nennt man dies ein myofasziales Schmerzsyndrom.

Merkmale myofaszialer Triggerpunkteb

Schmerz:

  • Schmerzqualität: Häufig dumpf, ziehend, oder stechend/brennend. Manchmal empfinden Patienten Taubheit oder Parästhesien (Gefühlsstörungen).
  • Schmerzlokalisation: nur in 10% der Fälle sind die Schmerzen lokal, meistens hat man das Phänomen des Reffered Pain (Übertragener Schmerz).
  • Referred Pain: Jeder Muskel hat ein spezifisches Ausstrahlungsgebiet (Referred Pain Pattern). Diese wurden von Travel und Simons in ihrem Grundlagenwerk „Myofascial pain and dysfunction – The Trigger Point Manual“ beschrieben.
  • Bekanntes Schmerzmuster: Durch die Auslösung des Triggerpunktes mittels Druck, kann der bekannte Schmerz des Patienten ausgelöst werden.

Hartspannstrang

Der Triggerpunkt bewirkt eine Verkürzung der Muskelfaser, in der er liegt. Dieses kontrakte Bündel kann man v.a. in oberflächlichen Muskeln spüren. Nach der Behandlung sollte dieser spürbar weicher sein.

Knötchen

In dem Hartspannstrang findet man ein „Knötchen“. Diese wurden früher als Myogelosen bezeichnet. Hier befindet sich der Punkt, wo der maximale Schmerz über Druck ausgelöst werden kann. Diese Punkte sind ganz klein, man spricht von einem Durchmesser von ca. 1mm.

Lokale Zuckungsreaktion

Durch Druck auf das beschriebene Knötchen können plötzlich kurze Kontraktionen ausgelöst werden. Diese nennt man auch (Local Twitch Response). Dieses Phänomen wird als ein objektives Zeichen für einen muskulären Triggerpunkt gesehen.

weitere Merkmale

  • Bewegungseinschränkung
  • Schmerz bei Dehung
  • Schmerz bei Muskelkontraktion
  • Störungen der Tiefensensibilität
  • Störungen der Koordination
  • Muskelschwäche
  • Übertragene sensorische Phänomene (z.B. Kribbeln, Schweregefühl)

Was ist die Triggerpunkttherapie

Bei der Therapie der Triggerpunkte werden die Schmerzen verursachenden myofaszialen Punkte in der Muskulatur behandelt. Sie beruht auf den Erkenntnissen von Travel und Simons.

Mit manuellen Techniken wird an den primären, sekundären, Satelliten- und latenten Triggerpunkten gearbeitet, diese sollen das Bindegewebe lösen und den Triggerpunkt deaktivieren. Typischerweise werden die Triggerpunkte behandelt, die das Symptom des Patienten auslösen. Zu Beginn ist der bekannte Schmerz deutlich zu spüren, dieser sollte im Verlauf der Behandlung besser bzw. eliminiert werden.

Ihrem Physiotherapeut stehen verschiedene Triggerpunkt-Techniken zur Verfügung:

  • Punktueller Druck
  • Punktueller Druck + aktive Bewegung des Patienten
  • Lokale Dehnung des Triggerpunktes, optional + aktive Bewegung des Patienten
  • Manuelle Dehnung der oberflächlichen und intramuskulären Faszien
  • Faszientrenntechnik
  • Dehnung
  • Ergonomie / Training

Im Anschluss an die Triggerpunkttherapie wird der Muskel gedehnt, entspannt und aktiviert. Eigenübungen des Patienten können zu einer schnelleren Verbesserung der Symptomatik führen, diese erklärt Ihnen Ihr Physiotherapeut gerne.

Wann ist eine Triggerpunktbehandlung sinnvoll?

Eine Reihe von Symptomatiken macht die Behandlung von verspannten Punkten in der Muskulatur sinnvoll:

  • Kopf-/ Nackenschmerzen
  • Schulter-/Armschmerzen
  • Tennisellenbogen
  • Rückenschmerzen (auch bei Ausstrahlungen in die Beine)
  • Leistenschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Achillessehnenschmerzen

Aber auch bei:

  • Bewegungseinschränkungen
  • Kraftminderung
  • Koordinationsstörungen die durch Triggerpunkte verursacht werden können.

Welche Folgen können unbehandelte myofaszialeTriggerpunkte haben?

Die Folge nicht behandelter Triggerpunkte kann ein chronisches Schmerzssyndrom sein. In Studien hat sich auch gezeigt, dass Muskeln mit aktiven Triggerpunkten nicht so gut trainiert werden können, wie Muskeln ohne Triggerpunkte. Dies kann auf Dauer zu einer funktionellen (muskulären) Dysbalance führen, wodurch andere Strukturen dauerhaft belastet bzw. überlastet werden. Wichtig ist, dass dieser Kreislauf durchbrochen wird.

Durch Triggerpunkte kann es zu

  • einer Verkürzung der Muskulatur
  • zu Störungen der intramuskulären (in einem Muskel) Koordination
  • und zur Störung der intermuskulären (zwischen zwei Muskeln) Koordination kommen.

Diese Punkte können alle zu Bewegungseinschränkungen und Funktionsstörungen der Motorik führen.

Weitere Probleme können sein:

  • Druck auf intramuskuläre Blutgefäße → kann zu einer Störung der lokalen Durchblutung und damit zu einer Störung der Ernährung des Gewebes führen.
  • Druckerhöhung auf die extramuskulären Blut- und Lympfgefäße → dies kann zu Ödembildungen und Schwellungen führen
  • Kontraktions- und Lösungsfähigkeit des Muskels wird vermindert → reduziert die Wirkung der Muskelpumpe und verstärkt somit die Gefahr von Ödembildungen
  • Druckerhöhung auf Nervenbahnen → es kann zu einem Einklemmungsphänomen kommen, was wiederum zu einer Empfindungsstörung führen kann.

Die Arten von Triggerpunkten

Es gibt insgesamt fünf Arten von Triggerpunkten:

  1. Aktiver, primärer myofaszialer Triggerpunkt: der ursächliche Triggerpunkt. Diese Triggerpunkte neigen dazu, in anderen Muskeln die Entstehung von Triggerpunkten zu begünstigen
  2. Assoziierte Triggerpunkte: Entstehen in dem Austrahlungsgebiet des primären Triggerpunktes
  3. Sekundärer Triggerpunkt: bilden sich, wenn ein primärer Triggerpunkt sehr lange aktiv ist in antagonistischen oder synergistischen arbeitenden Muskeln.
  4. Satelliten-Triggerpunkt: er liegt im Ausstrahlungsgebiet eines anderen Triggerpunktes
  5. Latenter Triggerpunkt: er ist auf Druck schmerzhaft, hat aber nichts mit dem eigentlichen Schmerz zu tun

Diese Triggerpunktarten können zu sogenannten Triggerpunktketten führen. Wenn also z.B. ein aktiver, primärer Triggerpunkt im tiefen Rückenmuskel (M. quadratus lumborum) vorliegt, kann es zu einer Ausstrahlung (referred pain) in das Gesäß kommen. Hier können sich dann Satelliten-Triggerpunkte bilden, die zu ausstrahlenden Schmerzen im Bein führen.

Triggerpunkttherapie bei PhysioSport Köln

Unsere speziell ausgebildeten Physiotherapeuten kennen sich mit der Triggerpunkt-Problematik gut aus und helfen Ihnen gerne weiter.

Gerne können Sie mit uns einen Termin vereinbaren, klicken Sie dazu einfach auf den gewünschten Standort. Unsere Physiotherapeuten freuen sich auf Sie!