Vorderer Kreuzbandriss

Was ist ein Kreuzbandriss?

Die vordere Kreuzbandruptur zählt zu einer der häufigsten Sportverletzungen und betrifft vor allem Kontakt- und Ballsportarten und den Skisport.

Es gibt verschiedene Bewegungen, bei denen das vordere Kreuzband, das im Zentrum des Kniegelenks liegt und den Ober- und Unterschenkel miteinander verbindet, reißen kann. Dazu zählen:

  • plötzliche, schnelle Richtungswechsel
  • schwungvolle, maximale Überstreckung des Kniegelenks
  • schlagartig ausgeführte, maximale Beugung (und Rotation)

Häufig finden sich zusätzlich Begleitverletzungen der Menisken, der übrigen Bandstrukturen, sowie Schäden des Gelenkknorpels.

Diese sichern, gemeinsam mit dem vorderen und dem hinteren Kreuzband, das Kniegelenk in allen Ebenen.

Welche Kreuzbandriss Symptome gibt es?

Den Moment, in dem ein Kreuzband reißt, spürt der Betroffene recht deutlich. Er hat Schmerzen und es ist ein knackendes Geräusch zu hören.

Weitere Symptome können sein:

  • Schmerzen im Knie
  • Schwellung im Knie
  • Blutiger Erguss im Gelenk
  • Gefühl der Instabilität im Kniebereich
  • das Gefühl, der Verschiebung des Ober- gegen den Unterschenkel
  • Gangunsicherheit, Wegknicken
  • eine Streck- und Beugehemmung des Knies

Folgt auf einen vorderen Kreuzbandriss eine Operation?

In seltenen Fällen lässt sich die vordere Kreuzbandruptur konservativ versorgen. Da die Verletzung aber häufig junge, sportlich aktive Menschen betrifft und diese das Wiedererlangen der Sportfähigkeit als wichtigstes Ziel definieren, entscheidet man sich häufig für eine Operation.

Folgende Faktoren helfen bei der Entscheidungsfindung, wie die Verletzung versorgt wird:

  • Alter
  • Aktivität
  • Grad der Instabilität (objektive wie auch subjektive Einschätzung)
  • Ausmaß evtl. Begleitverletzungen

Ablauf einer Kreuzbandriss Operation

Wird sich für eine Kreuzbandriss Operation entschieden, kann diese meist erst nach 24-48h nach dem Trauma durchgeführt werden, da die Entzündung bzw. die Schwellung abgeklungen sein muss.

Voraussetzung für eine Operation des vorderen Kreuzbandes ist, dass das Kniegelenk des Patienten reizlos ist und ein gewisses Maß an Beweglichkeit erreicht hat.

Der Kreuzbandersatz gestaltet sich heutzutage sehr individuell und ist abgestimmt auf die Sportart/Aktivität des Einzelnen.

Je nach Belastung in einzelnen Sportarten oder Alltagssituationen haben sich die Rekonstruktionen mittels Patellasehne oder Semitendinosussehne plus evtl. Gracilissehne als Standard durchgesetzt.

Im Einzelfall entscheidet sich der Operateur auch für die Verwendung eines Teils der Quadrizepssehne als Kreuzbandersatz.

Zu jeder Operationstechnik gibt es Vor- und Nachteile, wichtig ist, dass der Operateur seine Version der Operation beherrscht und erfahren ist.

Die vordere Kreuzband Operation wird mittlerweile minimalinvasiv durchgeführt.

Physiotherapie vor einem Kreuzbandriss

Meist ist zwischen dem Trauma und der operativen Versorgung ein Zeitraum, der genutzt wird, um das Knie in einen Zustand zu bringen es operativ versorgen zu können.

Um ein Kniegelenk operieren zu können muss das Knie volle Extension (Streckung) und eine Flexion (Beugung) von 120° haben, sowie möglichst keine Schwellung mehr aufweisen.

Physiotherapie nach einem Kreuzbandriss

In den ersten Wochen liegt ein Fokus der Physiotherapie in den entstauenden Maßnahmen.

Dazu zählen Anwendungen wie:

  • manuelle Lymphdrainage
  • Kryotherapie (Eisanwendung)
  • Hochlagerung

Oft nutzt man diese auch kombiniert.

Mit diesen Anwendungen erreicht man nicht nur eine Linderung der Schwellung, sondern auch einen Abtransport von Entzündungsmediatoren, was die Wundheilung begünstigt.

Gleichzeitig wird schon in der ersten Wochen versucht das Gelenkspiel durch Techniken der Manuellen Therapie wieder herzustellen. Der Fokus liegt hier deutlich auf der Streckung. Meist muss eine Limitierung in die Beugung des Kniegelenkes eingehalten werden (90°), um die eingesetzte Kreuzbandplastik nicht unter zu großen Stress zu setzen.

Die Mithilfe des Patienten ist essentiell, weshalb er begleitend neben den passiven Therapieformen zu Eigenübungen angeleitet wird. Diese werden vom Therapeuten ständig kontrolliert und auf Fehler überprüft.

Nach ca. 6-8 Wochen verlagert sich der Schwerpunkt in die Trainingstherapie. Durch Kräftigungs- und Koordinationsübungen in Form eines gezielten Beinachsentrainings erlangt der Patient verlorengegangene Stabilität zurück. Im Mittelpunkt des Trainings steht immer der Patient, folglich ist das Training auch immer patientenspezifisch angepasst.

Wir bei PhysioSport Köln haben uns, durch unsere Erfahrung und enge Zusammenarbeit mit den operativen Zentren in Köln, zu Spezialisten in der Knie-Rehabilitation hervorgetan.

Profifußballer und Nationalmannschaftsathleten vertrauen sich uns an, aber ebenso alle anderen Menschen, die sich beim Freizeitsport oder im Alltag eine vordere Kreuzbandruptur zugezogen haben. Bei uns werden Sie in der Physiotherapie und in dem anschließenden Training optimal auf Ihren Alltag vorbereitet.

Wenn Sie Sorge haben, sich einen Kreuzbandriss zugezogen zu haben, oder schon die Diagnose dazu bekommen haben, helfen wir Ihnen gerne weiter.