Halswirbelsäule

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und der umgebenen Muskulatur sind ein häufiger Anlass für einen Arztbesuch. Dabei existieren mehrere Bezeichnungen für Schmerzen in diesem Bereich. So lässt sich der Nackenschmerz mit Synonymen wie Zervikalneuralgie, HWS Syndrom, Zervikobrachialsyndrom oder Zervikalsyndrom bezeichnen.

Anatomie

Die Halswirbelsäule besteht aus den obersten sieben Wirbeln unserer Wirbelsäule. Dabei bilden die obersten zwei Wirbel zusammen mit der Schädelbasis das Kopfgelenk. Zwischen den Wirbelkörpern liegen die Bandscheiben. Diese fungieren u.a. als eine Art Stoßdämpfer, indem sie die Stoßbelastungen welche auf die Wirbelsäule einwirken dämpfen. Untereinander gehen die Wirbelkörper über die sogenannten Facettengelenke eine gelenkige Verbindung ein. Seitlich treten die acht Spinalnerven der Halswirbelsäule aus. Diese Nerven teilen sich auf und ziehen zum Großteil in die Arme. Um die Stabilität und die große Beweglichkeit in der Halswirbelsäule zu ermöglichen, umspannen sie mehrere Bänder und Muskeln.

Schmerzen in der Halswirbelsäule

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) können unterschiedlichste Ursachen haben. Schmerzen können durch akute Muskelverspannungen bzw. Muskelschmerzen hervorgerufen werden, welche durch monotone Belastungen oder Bewegungsarmut entstehen. Hierbei ist die knöcherne Halswirbelsäule nicht mit betroffen. Anders ist dies z.B. bei der Arthrose der Wirbelgelenke, bei der die Gelenke der Wirbelkörper verschleißen, sodass der Knorpel geschädigt ist oder der Wirbelkanalverengung. Eine weitere Struktur die Schmerzen im Bereich der HWS hervorrufen können sind die Bandscheiben. Deren Wassergehalt und somit deren Höhe nimmt physiologisch im Laufe des Lebens ab. Bei einer zunehmenden Höhenminderung spricht man von einer Chondrose. Weiter kann es zu einer Bandscheibenvorwölbung und einem Bandscheibenvorfall kommen, wobei Bandscheibenmaterial austritt.

Therapie

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) stellt Behandlungsleitlinien zu verschiedenen Gesundheitsproblemen zur Verfügung. Dabei werden die Empfehlungen nach der Auswertung von Vorhandenen Studien vorgenommen. Dies garantiert eine Therapieempfehlung nach bestmöglichen Wissensstand. In der Medizin spricht man in diesem Zusammenhang von einer evidenzbasierten Medizin. Diese Empfehlungen dienen den Ärzten und Therapeuten als Leitlinie. Die jeweiligen Therapieempfehlungen werden dabei allerdings immer individuell mit dem Patienten auf ihn angepasst. Je nach Diagnosestellung und Klärung der Kontextfaktoren kommen konservative oder operative Therapien zum Einsatz.

Konservative Therapie

Schmerzen aufgrund von muskulären Problematiken lassen sich entsprechend ihrer Ursache konservativ behandeln. Zu den konservativen Therapieverfahren zählen die Behandlung mit krankengymnastischen Übungen, Trainingstherapie am Gerät, manualtherapeutische Mobilisationen, Massagen, Elektrotherapie, etc. Bei Physiosport Köln können wir ihnen diese Therapiemöglichkeiten anbieten. Neben diesen Interventionen ergänzt eine abgestimmte medikamentöse Therapie zur Schmerzbekämpfung die konservative Behandlung.

Auch die DEGAM spricht der Krankengymnastik, nach Auswertung der vorhandenen Studienlage, bei der Behandlung von Nackenschmerzen eine gut belegte Wirksamkeit zu. Bei chronischen Nackenschmerzen, welche auch zusammen mit Kopfschmerzen auftreten können, wird eine Kombination aus Manueller Therapie und Krankengymnastik empfohlen. Hierbei wird zum einen an der optimalen Beweglichkeit der Wirbelgelenke gearbeitet, zum anderen werden die beteiligten Muskeln betrachtet. Durch Übungen werden Sie angeleitet geschwächte Muskelgruppen zu kräftigen und verspannte Muskulatur durch Entspannungstechniken zu entspannen.

Der klassischen Massagetherapie werden nach Auswertung der Studienlage ebenfalls signifikant positive Effekte zur Besserung der Nackenschmerzen zugesprochen, wenn diese von weiteren Maßnahmen begleitet wird. Obwohl weder Verschleißerscheinung und Wirbelkanalverengung, noch Bandscheibenvorfälle wieder vollständig geheilt werden können, so lassen sich doch deren Begleiterscheinungen (Schmerzen) durch konservative Maßnahmen bekämpfen. So kann 80% der Patienten nach einem Bandscheibenvorfall mit Hilfe konservativer Therapie wieder zu einem schmerzfreien Leben verholfen werden. Die Nackenmuskulatur ist durch tägliche Schreibtischarbeit oft verspannt. Man kann durch Dehnung der Muskulatur die Kopfschmerzen lindern.

Operative Therapie

Kommt es zu manifesten neurologischen Ausfällen, wie Lähmungen und Gefühlsstörungen, so kann eine Operation als letzte Therapiemöglichkeit unumgänglich sein. Welches operative Verfahren hierbei zum Einsatz gebracht wird dabei individuell von Fall zu Fall entschieden. Wir arbeiten eng mit Neurochirurgen zusammen und helfen Ihnen gerne den Weg zum passenden Spezialisten zu finden.