Viszerale Osteopathie

Was ist Viszerale Osteopathie?

Die Viszerale Osteopathische Therapie ist, neben der Craniosacralen Osteopathie und der Parietalen Osteopathie, ein Teilbereich der klassischen Osteopathie.

Sie beschäftigt sich mit der osteopathischen Diagnose und Behandlung der inneren Organe sowie der damit verbundenen Faszien. Fasziengewebe, auch Bindegewebe genannt, ist überall im menschlichen Körper zu finden und ist für dessen Form, Flexibilität und Stabilität verantwortlich. Außerdem befreit es unsere Zellen von schädlichen Stoffen und versorgt sie mit Nährstoffen.

Faszien halten also unter anderem unsere Organe an ihrem vorbestimmten Platz, sind aber gleichzeitig elastisch genug, dass unsere Atmung, unsere Verdauung oder auch Schwangerschaften überhaupt möglich sind. Also alles, wobei sich unsere Organe ausdehnen oder ihre Position verändern müssen.

Faszien können jedoch verhärten, verkleben oder verletzt werden, was oftmals zu großen Schmerzen bei unseren Patienten führt.

Zentraler Ausgangspunkt der viszeralen Osteopathie ist die Beweglichkeit aller Organe, am deutlichsten bedingt durch die Atembewegung des Zwerchfells. Das Zwerchfell trennt den Bauchraum von der Höhle des Brustkorbs. Durch das Tiefertreten des Zwerchfells entsteht ein Unterdruck im Brustkorb, Luft wird in die Lungen gesaugt und das Volumen des Brustkorbs nimmt zu.

Mobilisation im Bereich der Leber und Zwerchfell

Im Bauchraum jedoch kann das Volumen nur wenig zunehmen, da es dort nur wenige Hohlräume (Magen und andere sogenannte Hohlorgane) gibt. Deshalb muss sich der gesamte Bauchraum mit seinem Inhalt bei der Einatmung verformen um dem Zwerchfell Platz zu machen. In Folge der ständig stattfindenden Atembewegung kommt es zu gleitenden Bewegungen der Bauchorgane untereinander. Bei einem gesunden Erwachsenen sind das etwa 20.000 auf und ab Bewegungen pro Tag.

Dabei kann sich der Bauchraum nicht ungehindert in alle Richtungen gleich ausdehnen, da die knöchernen Strukturen, wie Wirbelsäule und Beckenknochen, einen stärkeren Widerstand bieten, als die durch Muskeln und Bindegewebe gebildete Bauchwand. Die Beweglichkeit bzw. Flexibilität der Faszien ist also für uns Menschen überlebenswichtig.

Einen weiteren Fixpunkt für die Bewegung der Organe bilden die Gefäße und Nerven. Bei zu starkem Zug an den Gefäßen wäre, ähnlich wie beim Zug an einem Gummischlauch, der Durchmesser des Gefäßes und damit die Fließgeschwindigkeit sowie der Druck ständigen Änderungen unterlegen. Vor allem im Bereich der zuführenden Gefäßen, den Arterien, ist ein konstanter Blutfluss für die Gesundheitjedoch essentiell. Deshalb verlaufen die Gefäße und Nerven in Faszien, welche Aufhängungen, ähnlich wie Ankerseile, für die Organe bilden. Durch diese Aufhängestrukturen, sowie die Bewegung des Zwerchfells, lassen sich so für jedes Organ typische Bewegungen bei Ein- und Ausatmung beschreiben. Die Niere sinkt beispielsweise bei der Einatmung 1 – 3cm nach unten und legt so scheinbar am Tag eine Strecke von insgesamt etwa 800m zurück.

Der Ausgangspunkt dieser Techniken ist die, durch die Atembewegung des Zwerchfells induzierte, Bewegung der Organe. Jede Bewegungseinschränkung eines Organs kann, genau wie ein blockiertes Gelenk, zum Teil weitreichende Folgen nach sich ziehen. In der Untersuchung kann der viszerale Osteopath diese Bewegungseinschränkungen aufspüren und mit Hilfe von spezifischen Handgriffen mobilisieren.

Was ist das Ziel der Viszeralen Osteopathie?

Das Ziel einer viszeralen Therapiesitzung ist es, den normalen Spannungszustand Ihres Gewebes zu regulieren, mit besonderem Hinblick auf die Übergänge zwischen den einzelnen Organen. Mit der Wiederherstellung der normalen Beweglichkeit, soll Ihrem Körper eine optimale Selbstheilung ermöglicht werden.

Was passiert bei der Viszeralen Therapie?

Wenn Sie einen Termin zur Viszeralen Osteopathie bei PhysioSport Köln haben, wird Ihr Therapeut erst einmal eine eingehende Anamnese mit Ihnen machen. Hierbei wird auf Symptome geachtet, die auf eine Beteiligung des viszeralen Systems hinweisen können. Hierunter fallen z.B. auch Operationen und Narben, da diese die Bewegung und das Gleiten der Organe untereinander erschweren können. In der anschließenden Untersuchung befundet der Osteopath den ganzen Körper dabei unter anderem die Beweglichkeit der Faszien und der Organe. Hierbei kann auch eine gesteigerte Empfindlichkeit des Patienten Hinweise auf Bewegungseinschränkungen geben.

Ihr Therapeut wird versuchen den normalen viszeralen Austausch zwischen Ihren Organen wieder herzustellen. Dazu benutzt er spezielle Techniken die einer Massage sehr ähnlich sind, um die Beweglichkeit wieder zu verbessern.

 Mobilisation im Bereich Niere

Wann wird die Viszerale Osteopathie angewandt?

  • Senkungen innerer Organe
  • Verkrampfung innerer Organe
  • Verklebungen innerer Organe

All diese Beschwerden werden oftmals durch Operationen oder dadurch entstandene Narben hervorgerufen.

Woher kommt die Viszerale Osteopathie?

Die Viszerale Therapie ist, wie schon erwähnt, ein Teilbereich der klassischen Osteopathie und wurde in den 70er bis 80er Jahren von Jean-Pierre Barral ins Leben gerufen. Obwohl die damals als „ventrale Techniken“ bezeichneten Techniken der viszeralen Osteopathie von Beginn an ein Teil der Osteopathie waren, wird die flächendeckende Verbreitung dieser Techniken meist Barral zugeschrieben.