Craniosacrale Osteopathie

Was ist Craniosacrale Osteopathie?

Die Craniosacrale osteopathische Therapie ist, neben der Parietalen Osteopathie und der Viszeralen Osteopathie, ein Teilbereich der klassischen Osteopathie.

Sie ist eine sowohl manuelle Therapieform, bei der überwiegend am Schädel und dem Kreuzbein gearbeitet wird, als auch eine energetische und systemische Arbeit am Körper des Patienten.

Der Therapeut versucht Bewegungseinschränkungen im Körper des Patienten mit seinen Händen aufzuspüren, diese zu korrigieren und den Körper dadurch wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Das versucht er indem er den körpereigenen Rhythmus, der durch die zirkulierende Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) entsteht, ertastet um daraus ableiten zu können, ob der Körper seines Patienten an einer Stelle blockiert ist. In der craniosacralen Lehre geht man davon aus, dass der Liquor, der zwischen dem Schädel und dem Kreuzbein zirkuliert, ähnlich wie das Blut pulsiert. Dieses Pulsieren soll durch den menschlichen Puls und seine Atmung hervorgerufen werden. Den entstehenden Rhythmus ertastet der Therapeut an Schädel, Kreuzbein und anderem äußeren Gewebe und den Knochen.

Was ist das Ziel der Craniosacralen Osteopathie?

Ziel dieser Therapieform ist es, die komplexen Beschwerdebilder, die durch Störungen in den hochempfindlichen neuronalen Strukturen entstehen können, durch sanfte manuelle Techniken zu beheben.

Was passiert bei der craniosacralen Therapie?

Wenn Sie einen Termin zur craniosacralen Osteopathie bei PhysioSport Köln haben, versucht Ihr Therapeut den Rhythmus Ihres Körpers mit seinen Händen zu ertasten. Dazu tastet er Ihren Kopf, Ihr Kreuzbein, eventuell ihre Füße und Ihre Halswirbelsäule (HWS) ab, um mögliche Blockaden und Funktionseinschränkungen anhand ihres körpereigenen Rhythmus erspüren zu können.

Durch gezielten, sehr sanften Druck und sanftes Ziehen auf und an den Schädelknochen setzt er dann Impulse, um die gefundenen Blockaden zu lösen. Hierbei wird beschrieben, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und Traumata gelöst werden können.

Angenehm für unsere Patienten ist, dass Sie bei dieser Form der Osteopathie passiv bleiben, es eine sanfte Technik ist, wo nur ihre Physiotherapeuten bzw. ihre Osteopathen agieren.

Wann wird die Craniosacrale Osteopathie angewandt?

Es gibt typische Beschwerdebilder funktioneller Art (meint: Organe, Gewebe oder Muskeln sind nicht beschädigt, sondern ihre Funktion ist eingeschränkt), bei denen klassischerweise craniosacrale Techniken angewandt werden kann.

Dazu zählen:

  • Episodischer Spannungskopfschmerz
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Nackenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen (auch low back pain)
  • Dysfunktionen des Kiefergelenks

Aber auch zur Regeneration nach Verletzungen, zur Erholung, zur Behandlung psychosomatischer Beschwerden und zur Behandlung von Säuglingen während der Dreimonatskoliken oder bei Trinkschwierigkeiten lässt sich die Craniosacrale Therapie bestens einsetzen.

Warum funktioniert Craniosacrale Osteopathie?

Obwohl es keine wissenschaftlichen oder empirischen Beweise für die Wirksamkeit dieser osteopathischen Therapieform gibt, kann der Wirkmechanismus erklärt werden: unter den Schädelnähten (Suturen) befinden sich Gefäße des Gehirns, die es mit Blut versorgen. Außerdem sind die einzelnen Schädelknochen durch sehr feste, aber dennoch elastische Bänder miteinander verbunden. Durch das sanfte Verschieben der Schädelknochen zueinander lassen sich Spannungszustände lindern, die durch beeinträchtigte und somit verminderte Durchblutung entstanden sind.

Woher kommt die Craniosacrale Osteopathie?

Die Craniosacrale Therapie ist, wie schon erwähnt, ein Teilbereich der klassischen Osteopathie und wurde in den 30er Jahren von William Garner Sutherland aus Wisconsin, USA begründet. Dieser war Schüler des Begründers der klassischen Osteopathie, Andrew Taylor Stills.

Sutherlands Anfänge dieser Therapieform wurden von dem Chirurgen und Osteopathen John E. Upledger aus Michigan, USA weiterentwickelt. In den 50er Jahren gewann sie immer mehr an Bedeutung und vor allem auch Bekanntheit. Upledger widmete sich der Verbindung zwischen dem Schädel und der Wirbelsäule und zwischen den Hirn- und Rückenmarkshäuten. Er behauptete, dass der Therapeut das Pulsieren des Liquors erspüren und auch beeinflussen kann. Dieses Beeinflussen des Liquor-Pulses hat, nach Upledger, große entspannende und lösende Effekte.

Der Name der Craniosacralen Osteopathie hat sich aus ihrem Anwendungsgebiet ergeben und setzt sich aus den lateinischen Begriffen für Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum) zusammen, die beiden Hauptansatzpunkte für diese Therapieform.